Kann man den Beat verbieten?

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Urheber: BArch, DO 1/ 92893

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"Und da steht wer mit dem Kofferradio, hört ein Lied. Redet nur von langen Haaren und Beat ... " KLAUS RENFT COMBO, Zwischen Liebe und Zorn

Kann man den Beat verbieten?

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"Rebellische Musik" ‚Äď Was bedeutet das eigentlich? Ich denke dabei an schnelle, laute, aggressive Musik, an Texte voller Kraftausdr√ľcke - Texte, die¬†Autorit√§ten (Eltern, Lehrkr√§fte, Polizei)¬†kritisieren und beleidigen. Heute interessieren sich Autorit√§ten aber oft gar nicht so sehr f√ľr Musik und die Polizei kann im amerikanischem Gangsterrap oder deutschem Punkrock rauf und runter beleidigt werden.¬†Das war in der DDR der 1960er Jahre anders. Insbesondere die Politiker interessierten sich damals so sehr¬†f√ľr Musik, dass Jugendliche, die 'Beatmusik' h√∂rten oder spielten, noch richtig (und oft ganz unfreiwillig) "rebellisch" waren. Wie ich das meine ‚Äď und was 'Beatmusik' √ľberhaupt ist ‚Ästerf√§hrst du in diesem Kapitel.

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Historische Aufnahme der PLANETEN aus dem Jahr 1964 - aufgenommen mit einem einfachen Tonbandgerät der Marke "Smaragd" im heimischen Wohnzimmer.

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Audio 1

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Aufgabe

  1. H√∂re dir das Audio oben an und notiere deine Eindr√ľcke:
    1. Was fällt dir an der Aufnahme auf?
    2. Wie w√ľrdest du die¬†Musik beschreiben?
  2. Kommt dir irgendwas an der Aufnahme rebellisch vor? Falls ja, was? Falls nein, mit welchem Adjektiv w√ľrdest du die Aufnahme dann beschreiben?¬†¬†

1. Was ist eigentlich Beat?

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig

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BEATLES-Plattenncover des DDR Plattenlabels AMIGA

Die Beat-Musik war in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts eine große Sache. Sie entwickelte sich aus dem damals schon populärem Rock 'n' Roll heraus. Besonders zwei Bands aus England prägten diese neue Musikrichtung: die BEATLES und die ROLLING STONES. In der ganzen Welt und eben auch in der DDR hörten Menschen ihre Musik und eiferten ihren Idolen musikalisch und stylisch nach.

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Info

Beat in den fr√ľhen 1960er Jahren

Internationale Hits (Beispiele): 

BEATLES: Love Me Do, I Want to Hold Your Hand, She Loves You, A Hard Day’s Night

ROLLING STONES: Satisfaction, Mother’s Little Helper, Paint It Black

Bekannte DDR-Beatbands:

THE BUTLERS, SPUTNIKS, FRANKE-ECHO-QUINTETT, THEO-SCHUMANN-COMBO

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Internationaler Trend Kleidung und Style Frisuren

Aufgabe

Beat ist international

Stammt die Band auf dem Foto aus der DDR oder nicht? Ziehe die Fotos an die richtige Stelle.

Aufgabe

Kleidung und Style

Beatfans waren oft an ihrer Kleidung zu erkennen. Ziehe die typischen Styling-Merkmale eines Beatfans an die richtige Stelle! (Die Zeichnung stammt √ľbrigens von einem original Beat-Flugblatt eines Leipziger Jugendlichen von 1966.)

Aufgabe

Lange Haare ...

Zwischen 1964 und 1966 mussten viele Beatfans in der DDR ihre Passfotos √§ndern. Sahen sie 1964 noch brav und angepasst aus, hatten sie sich 1966 die Haare wachsen wachsen ‚Äď f√ľr die √Ąlteren eine Provokation. Wir haben unten vier solcher Fotopaare gesammelt. Eines davon ist das alte Foto (von 1964) mit der normalen Frisur, eines das neue mit Beatfrisur (von 1966). Welches ist welches? Ordne zu.

Internationaler Trend Kleidung und Style Frisuren
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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / ZZI - 077

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2. Der Staat und der Beat

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig

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Anfängliche Toleranz

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© BArch, DO 1/92893

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An der Ecke stehen und Beatmusik im Radio h√∂ren ‚Äď Alltag in der DDR Anfang der 1960er Jahre

Beatmusik und Beatbegeisterung waren also Anfang der 1960er Jahre Realit√§t in der DDR. F√ľr die politische F√ľhrung stellte sich nur die Frage, wie sie mit dieser Realit√§t umgehen sollte. 1963/64 entschied sie sich zun√§chst f√ľr den Weg der duldenden und gleichzeitig kontrollierenden Toleranz. Die Jugendlichen sollten selbst entscheiden, zu welcher Musik sie tanzten ‚Äď solange sie dabei nicht √ľber die Str√§nge schlugen.¬†

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Quelle

"Der Jugend Vertrauen und Verantwortung" ‚Äď Kommuniqu√© des Politb√ľros der SED vom 21. September 1963

Hinweis: Der Text¬†"Der Jugend Vertrauen und Verantwortung"¬†war eine Bekanntmachung der SED-F√ľhrung, in dem sich diese mit Fragen zur DDR-Jugend und deren Musikgeschmack besch√§ftigte.

"In der letzten Zeit gab es viele Diskussionen √ľber bestimmte Tanzformen, hervorgerufen einerseits durch westliche Unkultur und anderseits durch engstirnige Praktiken gegen√ľber Jugendlichen. Die Haltung der Partei zu diesen Fragen ist nach wie vor klar und deutlich: Wir betrachten den Tanz als legitimen Ausdruck von Lebensfreude und Lebenslust. [‚Ķ] Niemandem f√§llt ein, der Jugend vorzuschreiben, sie solle ihre Gef√ľhle und Stimmungen beim Tanz nur im Walzer- oder Tangorhythmus ausdr√ľcken. Welchen Takt sie w√§hlt, ist ihr √ľberlassen: Hauptsache sie bleibt taktvoll."

Zit. n. Rauhut, Michael: Rock in der DDR, Bonn 2002, S. 25

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Wolfgang Ebert Foto 045-001-003

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Die PLANETEN waren eine Leipziger Sch√ľlerband, die sich 1964 zusammenfand, um gemeinsam Beatmusik zu machen.

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Wolfgang Ebert Foto 045-001-004

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Der Zeitzeuge Wolfgang Ebert, damals 18 Jahre alt, taucht in diesem Kapitel in mehreren Videos auf. Er war Mitglied der PLANETEN (der Zweite von rechts auf dem Foto).

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S37 1

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Anfang 1965 wurde die Musik der PLANETEN staatlich begutachtet. Ergebnis war dieser "Einstufungsbescheid", der den PLANETEN erlaubte, als "Gitarrengruppe" gegen Bezahlung (zu einem Stundenlohn von 4,60 DDR-Mark) aufzutreten.

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S21

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Als "staatlich gepr√ľfte" Band konnten die PLANETEN dann z.B. bei dieser FDJ-Veranstaltung auftreten.

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S33

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Wer auftritt, bekommt auch Fanpost ‚Äď hier von den "Flotten Bienen".

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S27

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... oder Bitten um eine "Solotour f√ľr Monika" von Tisch 2.

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Aufgabe

Staat und Musik

  1. Lies dir den "Einstufungsbescheid" oben (drittes Bild in der Galerie) durch und analysiere den Text.
    1. Wer schreibt? √úber wen wird geschrieben?
    2. Worum geht es im Text, was wird beschrieben?
    3. Wie fällt das Urteil des Textes aus?
    4. Welche Auswirkungen hat das Urteil f√ľr die Beschriebenen?
  2. In Kasten 10 schreibt die SED-F√ľhrung: "Welchen Takt sie [die Jugend]¬†w√§hlt, ist ihr √ľberlassen: Hauptsache sie bleibt taktvoll." Was k√∂nnte sie damit gemeint haben? Beziehe dich in deiner Antwort auch auf deine Analyse aus Aufgabe 1.

Angst und Propaganda

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Urheber: Bundesarchiv, Bild 183-J1231-1002-002 / Spremberg, Joachim / CC-BY-SA 3.0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J1231-1002-002_Walter_Ulbricht,_Neujahrsansprache.jpg

Cc3BYSA

Mag kein "Je-Je-Je" ‚Äď SED-Parteivorsitzender Walter Ulbricht (Foto von 1970)

Die Duldung der Beatmusik durch die DDR-F√ľhrung dauerte allerdings nicht lange. 1965 √§nderte die SED ihre Meinung radikal. Die schon immer skeptisch Gewesenen setzten sich nun parteiintern durch. Pl√∂tzlich waren die meist englischen Texte der Beatsongs verd√§chtig, der schnelle Rhythmus und die verst√§rkten Gitarren zu aggressiv. Die Worte, die ihr Vorsitzender Walter Ulbricht auf dem¬†11. Plenum des Zentralkomitees der Partei im Dezember 1965 sprach, machen den Meinungsumschwung besonders deutlich (den Text zum Audio findest du hier):

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Originalton Walter Ulbricht, 1965

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http://www.rhebs.de/mauer/yeahyeah.wav

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Aber was war eigentlich passiert? 1965 zeigte sich die Beatmusik bei mehreren Gelegenheiten¬†von ihrer "rebellischeren Seite'". Und das muss die politische F√ľhrung der DDR beunruhigt bis ver√§ngstigt haben:

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in Berlin in Leipzig staatliche Angst vor Musik
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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / ZZI - 86

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in Berlin in Leipzig staatliche Angst vor Musik
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© Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 20.10.1965, S. 6

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© Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 1.11.1965, S. k.A.

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S22

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Aufgabe

Wer hat hier Angst?

Ich behaupte oben in Text¬†13, die DDR-F√ľhrung h√§tte vor der Beatmusik und ihren¬†Anh√§nger:innen Angst gehabt. Sieh dir die Materialien oben an (Infofilm, Interviews und Zeitungsartikel) und finde darin Belege f√ľr oder gegen meine Behauptung. Stimmst du mir zu oder w√ľrdest du mir widersprechen? Begr√ľnde deine Antwort.

Und dann war Schluss mit dem "Je-Je-Je" ...

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig

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Quelle

"Alle bisher erteilten Zulassungen hinfällig ..."

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Sammlung Wolfgang Ebert - Die Planeten, Mai 1964 bis M√§rz 1966, Ordner S47

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Diese Vorladung erhielten die "Planeten" Ende Oktober 1965. Was wird wohl das Ergebnis der erneuten "Registrierung" gewesen sein?

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / ZZI - 86

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Aufgabe

Unterdr√ľckung einer Band

  1. Sieh dir die Inhalte von Element 19 und 20 an. Beschreibe danach in eigenen Worten, mit welchen Mitteln der Staat verhinderte, dass die PLANETEN nach 1965 weiter auftraten.
  2. Die staatlichen Maßnahmen gegen die PLANETEN zeigen uns deutlich, dass es sich bei der DDR um einen Unrechtsstaat handelte. Nimm zu dieser von mir formulierten Aussage kritisch Stellung und gehe dabei insbesondere auf den Begriff "Unrechtsstaat" ein.

3. Die Leipziger Beatdemo

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Als 1965 Beat-Bands verboten wurden, setzten sich die Leipziger Fans zur Wehr: Über Nacht tauchten Flugblätter auf, die zu Protestmarsch und Demo auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz am 31. Oktober aufrufen.

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Das Flugblatt zur Beatdemo fertigen zwei Jugendliche aus Markleeberg an.
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© BArch, StUA, MfS, BV Leipzig, AOG 129/69

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Eines der Flugblätter, die im Oktober 1965 plötzlich in Leipzig auftauchten und zur Teilnahme an der Beatdemo aufriefen.

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© BArch, StUA, Mfs, BV Leipzig, AU, Nr. 252/66, Bd. 5, Bild 147

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Zwei Jugendliche aus Markkleeberg hatten die ersten Flugbl√§tter angefertigt (sp√§ter gab beteiligten sich noch Andere). Sie nutzten daf√ľr diesen Kinder-Stempelkasten.

In den Schulen wird vor einer Teilnahme an der Beatdemo gewarnt.
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© Auszug aus: SStA, SED-Stadtleitung Leipzig, Nr. IV A-5/01/247, Bl. 93

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In den Leipziger Schulen wurde vor einer Teilnahme an der Beatdemo gewarnt. Dadurch wurden einige Jugendliche erst auf die Protest-Aktion aufmerksam.

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Aus heutiger Sicht eigentlich¬†keine gro√üe Sache: 500 bis 800 Jugendliche trafen sich am sp√§ten Morgen des 31. Oktober 1965 in der Leipziger Innenstadt. Sie standen herum und gaben ihrem Unmut √ľber das staatliche Beatverbot durch Pfiffe und Buh-Rufe Ausdruck. Aber f√ľr den Staat war dieses Verhalten ‚Äď und √ľberhaupt das Erscheinen auf einer nicht genehmigten Versammlung ‚Äď eine Riesenprovokation und so reagierte er auch darauf.¬†Die Polizei sollte hart durchgreifen und war von vorneherein¬†mit Schlagst√∂cken, Hunden und Wasserwerfern ausgestattet. Die¬†Jugendlichen wurden auseinander getrieben und verpr√ľgelt, reihenweise wurden junge Leute aus der Menge gegriffen und mit LKWs abtransportiert.¬†

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Hohe Polizeipräsenz auf dem Leipziger Marktplatz.
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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Leopold Kullrich Foto 016-001-001

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Hohe Polizeipräsenz auf dem Leipziger Marktplatz am Morgen der Demo.

Jugendliche fl√ľchten vor dem Wasserwerfer auf dem Leipziger Marktplatz
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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / Leopold Kullrich Foto 016-001-003

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Jugendliche fl√ľchten vor dem Wasserwerfer auf dem Leipziger Marktplatz.

So berichtet die SED von der Beatdemo.
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© SStA, SED-Stadtleitung Leipzig, Nr. IV A-5/01/247, Bl. 94

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Dieser Bericht der SED von der Demo h√§lt fest, dass die Teilnehmenden sich "mehrheitlich passiv" verhielten. Als sie der Aufforderung, sich aufzul√∂sen aber nicht folgten, wurden "VP[=Volkspolizei]-Kr√§fte zum Einsatz gebracht (Hundef√ľhrer, Sperrketten, Wasserwerfer u.a.)."

Zeitzeugenberichte

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Die beiden Zeitzeugen unten waren bei der eigentlichen Beatdemo in der Leipziger Innenstadt am Vormittag des 31. Oktobers 1965 nicht anwesend. Sie berichten daf√ľr von den¬†Ereignissen, die sich nach der Demo in Leipzig abspielten.

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Heinz Schleinitz - der Fan Wolfgang Ebert - der Musiker
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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig / ZZI - 077

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Heinz Schleinitz - der Fan Wolfgang Ebert - der Musiker

Strafen und Untersuchungen

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Bei der Leipziger Beatdemo wurden 267 Beatfans verhaftet. Aber was geschah mit ihnen? Welche Strafen gab es in der DDR f√ľr Jugendliche, die an verbotenen Versammlungen teilnahmen, die Obrigkeit herausforderten oder gar Flugbl√§tter druckten?

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Info

Strafbefehl f√ľr¬īs Demonstrieren

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Urheber: BArch, StUA, MfS, BV Leipzig, ASt 1/83 GA, Bl. 54f

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Per Strafbefehl wurden 162 Jugendliche wegen ihrer Teilnahme an der Beatdemo f√ľr zwei bis vier Wochen Haft verurteilt. Hier die erste Seite eines solchen Strafbefehls.
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Urheber: BArch, StUA, MfS, BV Leipzig, ASt 1/83 GA, Bl. 54f

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Auf der zweiten Seite k√∂nnt ihr in der Mitte links erkennen, dass sich der betroffene Jugendliche bereits in Untersuchungshaft befand. "UHA" steht f√ľr Untersuchungshaftanstalt.
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Zwangsarbeit im Tagebau als Erziehungsma√ünahme: Du h√∂rst ein neu eingesprochenes Interview, in dem ein damals festgenommener Teilnehmer der Beatdemo von seiner Bestrafung berichtet. (Quelle: Auszug eines Gespr√§chs mit J√ľrgen Wede, geb. 1948, am 18.10.1990, zit. in: Rauhut, M.: Beat in der Grauzone. Berlin 1993. S. 152, 155, Sprecher: G. Wellbrock)

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¬© Archiv B√ľrgerbewegung Leipzig

Auszug aus einem Gespr√§ch mit J√ľrgen Wede, geb. 1948, am 18.10.1990, zit. in: Rauhut, M.: Beat in der Grauzone. Berlin 1993. S. 152, 155

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Vertiefung

Stasiakten online einsehen

Nach der niedergeschlagenen Beatdemo ermittelte das Ministerium f√ľr Staatssicherheit der DDR ("Stasi") akribisch. Teilnehmende an der Demo und die ermittelten Flugblattschreiber wurden verh√∂rt und Akten angelegt. Diese findest Du noch heute in der Stasiunterlagenbeh√∂rde und kannst sie in ihrer Mediathek online lesen.¬†

Erklärvideo Recherche in der digitalen Sammlung Stasi-Mediathek
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Urheber: Erstellt von Sophie R√ľtzel (Seminar SoSE 2023, Geschichtsdidaktik der Universit√§t Leipzig)

https://www.stasi-mediathek.de

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4. Lässt sich der Beat verbieten?

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Stell dir einmal vor, du w√§rst in einer √§hnlichen Situation wie die jungen Beatfans in der DDR. Deine Lieblingsmusik w√ľrde staatlich verboten und diejenigen, die dagegen protestierten, w√ľrden hart bestraft.

Was w√ľrdest du tun? W√ľrdest du den Kopf einziehen oder w√ľrdest du versuchen, etwas dagegen zu unternehmen, auch wenn das gef√§hrlich w√§re? W√ľrdest du dir einfach eine neue Lieblingsmusik suchen oder versuchen, auf illegalem Weg an "verbotene Musik" zu kommen oder gar geheime Konzerte organisieren?

Spontane Reaktionen in Leipzig

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© Bundesarchiv, StUA, MfS, BV Lpz, AU 21266 UV, Bl. 112

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Mit diesem Flugblatt machten ein sechzehn- und ein siebzehnj√§hriges M√§dchen Anfang November 1965 ihrem Unmut √ľber das harte Vorgehen gegen√ľber Beatfans Luft.

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© SStAL, BDVP Leipzig

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Auf diesem und den folgenden Fotos siehst du zumeist anonyme Graffiti, die nach der niedergeschlagenen Beatdemo in Leipzig auftauchten.

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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© SStAL, BDVP Leipzig

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Dein Graffito Euer Podcast

Aufgabe

Dein Graffito!

Stell dir Folgendes vor: Die deutsche Regierung hat vor kurzem deine Lieblingsmusik verboten und eine allgemeine Zensur durchgesetzt. Die Musik ist weder zu kaufen, noch zu hören, sie ist aus dem Radio, von YouTube, Spotify und allen anderen Plattformen verschwunden. Bands, die deine Musik spielen, haben in Deutschland Auftrittsverbot. Die Regierung hat öffentlich erklärt, dass sie hart gegen alle vorgehen wird, die dieses Verbot umgehen oder dagegen protestieren.

Entwirf unten ein Graffito f√ľr deine pers√∂nliche Lieblingsmusik/-band, mit dem du dich gegen das Verbot zur Wehr setzt.

Aufgabe

Euer Podcast

Nehmt euren eigenen kleinen Podcast auf: Findet euch zu zweit, sprecht √ľber die Fragen aus dem Text in Element¬†32 und nehmt euch dabei mit dem Aufnahmetool unten auf.

Das Szenario ist folgendes: Die deutsche Regierung hat vor Kurzem eure Lieblingsmusik verboten und eine allgemeine Zensur durchgesetzt. Die Musik ist weder zu kaufen, noch zu hören, sie ist aus dem Radio, von YouTube, Spotify und allen anderen Plattformen verschwunden. Bands, die eure Musik spielen, haben in Deutschland Auftrittsverbot. Die Regierung hat öffentlich erklärt, dass sie hart gegen alle vorgehen wird, die dieses Verbot umgehen oder dagegen protestieren.

Diskutiert, wie ihr euch in so einem Fall verhalten w√ľrdet. Bevor ihr aufnehmt, solltet ihr √ľber¬†folgende Punkte sprechen:

  • Was ist eure Lieblingsmusik bzw. Lieblingsband/-musiker:in?
  • Welche Rolle spielt Musik in eurem Alltag? Wieviel Zeit verbringt ihr mit dem H√∂ren von Musik? Wie oft geht ihr zu Konzerten oder in Clubs?
Dein Graffito Euer Podcast