"Wir machen das selbst!" (auch alt)

§

Archiv Bürgerbewegung Leipzig / Mahmoud Dabdoub Foto 029-037-042

PD

„Wir wollten etwas Neues schaffen, uns ausleben, ohne die ständigen Regeln. Hier konnten wir einfach machen, worauf wir Lust hatten – das war unsere Freiheit.“ – Luise, 19 Jahre, Anfang 1990

"Wir machen das selbst!" (auch alt)

1

In den Jahren 1989 und 1990 herrschte in der DDR eine explosive Aufbruchsstimmung! Die Luft war geladen mit Energie und Hoffnung, als Tausende von Menschen in Städten wie Leipzig, Dresden und Berlin auf die Straße gingen, um für ihre Rechte und Freiheiten zu kämpfen. Die Proteste führten dazu, dass die Grenzen, die das Land und die Menschen voneinander trennten, zunehmend durchlässig wurden. In der gesamten Republik entstanden viele coole „Freiräume“, wo junge Leute kreativ sein konnten, ohne sich um die strengen Regeln des Staates kümmern zu müssen. Da gab’s Konzerte, Kunstausstellungen und noch viel mehr! Es war eine Zeit, in der alle gesagt haben: „Wir machen das selbst!“ – ganz nach dem Motto „Do It Yourself“ (DIY).

2

Audio -> ...Grafik...ähnlich wie Überfall Zionskirche

Szene: Leipziger Süden, Emma und ihr Onkel Hans stehen vor dem heutigen Conne Island. Beide genießen ein Eis.
Emma: (schaut neugierig auf das Gebäude) Onkel Hans, was ist das eigentlich für ein Gebäude da?
Hans: Ah, das ist das Conne Island. Früher, in der DDR-Zeit, nannten wir diesen Ort ‚Eiskeller.‘ Damals war es ein Jugendclub der FDJ – der Freien Deutschen Jugend.
Emma: (staunt) Echt? Und was haben die da gemacht?
Hans: Na ja, die Jugendlichen haben sich hier getroffen, Musik gehört, getanzt und sich ausgetauscht. Das war einer der wenigen Orte, wo sie sich relativ frei fühlen konnten. Und nach dem Mauerfall hat sich hier einiges geändert.
Emma: Was ist denn dann passiert?
Hans: Viele junge Leute wollten mehr Freiheit und haben angefangen, diese Orte selbst zu gestalten – so richtig „Do-it-yourself“. Das Conne Island wurde zu einem Treffpunkt für Punk, Hardcore und auch politischen Aktionen.
Emma: (überrascht) Also haben die das einfach übernommen und gemacht, was sie wollten?
Hans: Es war nicht gerade einfach, aber die alte DDR war Vergangenheit, und plötzlich schien alles möglich zu sein. Viele haben alte Gebäude wie Fabriken oder Clubs umgebaut – so wie das Conne Island, oder auch das Werk II und die Distillery.
Emma: (begeistert) Wow, das klingt spannend! Die haben sich also ihre eigenen Clubs und Treffpunkte geschaffen?
Hans: Genau. Die wollten einfach was Eigenes schaffen. Bis heute sind viele dieser Orte noch total wichtig für die Kultur hier in Leipzig.
Emma: Klingt richtig cool. Vielleicht sollten wir auch mal was DIY-mäßiges starten!
Hans: (lacht) Warum nicht? Manchmal muss man einfach anfangen – genau so hat es damals auch geklappt.

3

In Leipzig gibt es viele Orte, die von der DIY-Kultur geprägt sind, also von Menschen, die alte Gebäude in Treffpunkte verwandeln und ihre eigenen Ideen umsetzen. Ein Beispiel dafür ist das Conne Island, früher ein Jugendclub der FDJ, heute ein wichtiger Ort für Punk, Hardcore und politische Aktionen. Nach dem Mauerfall begannen viele junge Leute, solche Orte selbst zu gestalten, um mehr Freiheit zu erleben und ihre eigenen Räume zu schaffen. Diese Kultur des „Do it yourself“ ist auch heute noch ein wichtiger Teil der Leipziger Szene.

In der Audio-Spur des fiktiven Gesprächs erzählt Hans Emma, wie sich die Leipziger Jugend nach dem Mauerfall die Freiheit nahm, alte Gebäude für ihre eigenen Treffpunkte zu nutzen. So entstand eine lebendige DIY-Kultur, bei der junge Leute Orte wie das Conne Island selbst gestalteten, um ihre Musik zu hören, zu tanzen und sich auszutauschen. Hans erklärt, dass dieser kreative Umgang mit Raum eine Antwort auf das Bedürfnis nach mehr Freiraum und Selbstbestimmung war, das viele junge Menschen damals in Leipzig verspürten.

§

Archiv Bürgerbewegung Leipzig

PD

1990 – das "wunderbare Jahr der Anarchie"

4

Im Jahr 1990, auch oft als „das wunderbare Jahr der Anarchie“ bezeichnet, passierte in der DDR unglaublich viel. Die strengen Regeln und Kontrollen des Staates waren plötzlich weg. Das bedeutete für viele Menschen mehr Freiheit und die Möglichkeit, neue Ideen auszuprobieren. Plötzlich gehörten viele leerstehende Gebäude und Fabriken niemandem mehr. Junge Leute ergriffen die Chance, diese Orte für ihre eigenen Projekte zu nutzen – sei es für Musik, Partys oder politische Diskussionen.

Diese Phase war geprägt von einem kreativen und oft chaotischen Miteinander. Die Menschen handelten nach dem Motto „Do It Yourself“ (DIY), also „Mach es selbst!“. Sie organisierten Events ohne Genehmigungen, was aufregend, aber auch riskant war. Viele fühlten sich in dieser Zeit frei, da sie selbst bestimmen konnten, was sie tun wollten.

Dieses "Jahr der Anarchie" hat nicht nur das Leben der Menschen verändert, sondern auch die gesamte Kultur in Deutschland geprägt und neue Wege für Kreativität und Ausdruck eröffnet.

5

Info

Was bedeutet Anarchie?

Anarchie bezeichnet eine Situation, in der keine Gesetze und Regeln gelten. So etwas ist in unserer staatlich geordneten Welt eigentlich nicht vorgesehen, denn Staaten basieren auf Gesetzen und Regeln, an die sich alle halten müssen und die von staatlichen Organen wie der Polizei durchgesetzt werden. Echte Anarchie gibt es in unserer Welt also nur in Übergangs- oder Krisensituationen. Das Jahr 1990 war in der DDR eine solche Übergangssituation.

Lukas Epperlein

6

Idee -> Quiz: Was passierte in den frühen 1990er Jahren?

Einleitung:
In diesem Quiz geht es um die großen Veränderungen, die Deutschland nach dem Mauerfall durchgemacht hat. Denk darüber nach, wie unterschiedlich das Leben in der DDR und der BRD war, und wähle die besten Antworten.

+++Wirklich nur als Impuls verstehen...+++

Szenario 1: Politische Veränderungen nach dem Mauerfall
Frage: Was könnte passieren, wenn ein Land wie die DDR sein politisches System ändert?

  • A) Die Menschen haben mehr Freiheit
  • B) Es gibt Unsicherheiten und Proteste
  • C) Es entstehen neue politische Parteien
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
Erläuterung: Nach dem Mauerfall 1989 durften die Menschen in der DDR plötzlich viele Dinge selbst entscheiden. Das brachte sowohl neue Freiheiten als auch Unsicherheiten mit sich.

Szenario 2: Soziale Unterschiede zwischen BRD und DDR
Frage: Was war anders im sozialen Leben zwischen der BRD und der DDR nach der Wiedervereinigung?

  • A) In der BRD gab es mehr soziale Sicherheit
  • B) Die DDR hatte strenge Kontrolle über die Menschen
  • C) In der BRD passten sich die Leute schneller an neue Ideen an
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
Erläuterung: Die BRD bot mehr soziale Sicherheit, während die DDR strenge Regeln hatte. Nach der Wiedervereinigung mussten viele Menschen in der ehemaligen DDR lernen, wie das Leben in der BRD funktioniert.

Szenario 3: Wirtschaftliche Veränderungen
Frage: Was passiert, wenn ein Land von einer Planwirtschaft (wie in der DDR) zu einer Marktwirtschaft (wie in der BRD) wechselt?

  • A) Mehr Menschen verlieren ihre Jobs
  • B) Die Lebensqualität kann sich verbessern
  • C) Es gibt neue Möglichkeiten für Unternehmen
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
Erläuterung: Der Wechsel zur Marktwirtschaft führte in der DDR zu mehr Arbeitslosigkeit, aber auch zu einer besseren Lebensqualität und neuen Chancen für viele Menschen.

Szenario 4: Kulturelle Veränderungen in den 90ern
Frage: Was passiert, wenn neue kulturelle Einflüsse aus der BRD in die DDR kommen?

  • A) Alte Traditionen könnten verloren gehen
  • B) Neue Musik und Lebensstile werden populär
  • C) Ältere Menschen sind manchmal verwirrt oder skeptisch
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
Erläuterung: Nach der Wiedervereinigung kamen viele neue kulturelle Einflüsse in die ehemalige DDR. Das führte zu spannenden neuen Ideen, aber auch zu Spannungen, besonders bei älteren Menschen.

Abschluss:
Denke über deine Antworten nach und sprich mit deinen Freunden darüber. Welche Veränderungen hast du selbst schon erlebt, die an die Zeit der Wiedervereinigung erinnern? Überlege auch, wie die Unterschiede zwischen der BRD und der DDR das Leben der Menschen geprägt haben.

7

DIY-Mentalität: Selbstbestimmung und kulturelle Freiheit

Die DIY-Mentalität bedeutet, Dinge selbst zu machen und zu gestalten, ohne auf Erlaubnis oder Hilfe von außen zu warten. Für viele Jugendliche war das besonders wichtig, weil sie dadurch ihre eigenen Ideen und Träume umsetzen konnten, ohne sich von Regeln und Vorgaben eingeschränkt zu fühlen. In der DDR und vor allem nach 1989 bedeutete das viel mehr als nur kreativ zu sein – es ging um Selbstbestimmung und Freiheit.

Stell dir vor, du willst einen Raum, in dem du mit deinen Freunden Musik machen oder Kunst schaffen kannst. Früher hätte man das nur mit Genehmigungen und Unterstützung von offiziellen Stellen machen können, aber in dieser Zeit nahmen sich die Leute einfach leerstehende Häuser und Gebäude. Sie schufen etwas Eigenes – ohne Geld oder große Pläne, aber mit viel Kreativität. Das gab ihnen das Gefühl, wirklich unabhängig zu sein und die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben.

Es ging dabei nicht nur um Spaß, sondern auch um Widerstand gegen alte Strukturen und um den Wunsch nach mehr Freiheit in der Gesellschaft. Die DIY-Mentalität war also eine Art, sich auszudrücken und zu zeigen, dass man auch ohne Regeln und Vorgaben etwas Großes erreichen kann.

Quiz: Was bedeutet DIY (Do It Yourself)?

Frage 1: Was ist die Bedeutung von DIY?

A) Dinosaurier im Yeti – Ein geheimer Club für Dinosaurier und Yeti-Fans!

B) Do It Yourself – Mach es selbst und zeig, was du kannst!

C) Doppelt so viel Ice Cream – Immer eine gute Idee, oder?

D) Dosenöffner-Yacht – Das neueste Boot für Küchenchefs!

Richtige Antwort: B) Do It Yourself – Mach es selbst und zeig, was du kannst!

Erläuterung: DIY bedeutet, dass du Dinge selbst machst, anstatt sie zu kaufen. Ob du ein schickes T-Shirt designen, dein Zimmer umdekorieren oder dein eigenes Spielzeug basteln willst – DIY ist der Weg dazu! Es ist kreativ, macht Spaß und du kannst zeigen, wie einzigartig du bist!

Frage 2: Was kannst du alles DIY machen?

A) Ein mega-schickes Poster für dein Zimmer!

B) Eine Rakete, die ins All fliegen kann!

C) Dein eigenes selbstgemachtes Essen (Mama wäre stolz)!

D) Alle oben genannten!

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten!

Erläuterung: Mit DIY kannst du so viele coole Sachen machen! Es gibt keine Grenzen für deine Kreativität. Egal, ob Kunst, Basteln, Kochen oder sogar kleine Erfindungen – mach es selbst und hab Spaß dabei!

Frage 3: Warum ist DIY so cool?

A) Du sparst Geld (und kannst dir mehr ... kaufen)!

B) Du wirst zum Meister in deinem eigenen Königreich!

C) Du kannst stolz sein, dass du etwas selbst gemacht hast!

D) Alle oben genannten!

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten!

Erläuterung: DIY macht nicht nur Spaß, sondern hilft dir auch, kreativ zu sein und neue Fähigkeiten zu lernen. Plus, du kannst mit deinen Freunden zusammenarbeiten und eine Menge cooler Sachen schaffen!


8

Die Entstehung von Freiräumen: Subkultur und kreative Zentren

Die Entstehung von Freiräumen und Subkulturen in den 1980er und 1990er Jahren, besonders nach dem Fall der Mauer, war für viele junge Menschen in der DDR extrem wichtig. Ein Freiraum ist ein Ort, an dem man eigene Ideen ohne große Einschränkungen verwirklichen kann. Diese Freiräume entstanden oft in leerstehenden Gebäuden oder ungenutzten Fabriken. Jugendliche und Künstler*innen nutzten solche Orte, um Musik zu machen, Kunst zu schaffen oder sich einfach frei auszudrücken. Sie mussten dafür nicht erst nach Erlaubnis fragen oder sich an strikte Regeln halten.

Subkultur ist dabei ein wichtiger Begriff: Er beschreibt Gruppen, die ihre eigenen Wege gehen und oft nicht dem entsprechen, was die Mehrheit der Gesellschaft als „normal“ ansieht. Diese Subkulturen waren oft gegen das, was im Alltag oder in der Politik passierte. In den neu entstandenen Freiräumen konnten sich diese Gruppen treffen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam an Projekten arbeiten. Sie schufen eine eigene Kultur, die aus Punk-Musik, Graffiti, alternativer Mode und politischem Aktivismus bestand. Orte wie das „Conne Island“ in Leipzig oder das „Werk 2“ boten genau solche Plattformen.

Für viele junge Menschen bedeuteten diese kreativen Zentren Freiheit und die Möglichkeit, sich ohne Einschränkungen auszudrücken und neue Dinge auszuprobieren. Sie wurden zu wichtigen Treffpunkten für Menschen, die etwas verändern wollten – in der Gesellschaft, in der Kunst oder einfach in ihrem eigenen Leben.

9

Fallbeispiel: „Conne Island“

Der Eiskeller: Eine spannende Geschichte bis heute

Wusstest du, dass der Eiskeller in Connewitz eine ganz andere Geschichte hatte, bevor er der Ort wurde, den wir heute kennen? Er war früher ein beliebtes Ausflugslokal, wo viele Leipziger*innen am Wochenende Erholung fanden. Das Gebiet war früher ländlich, und der Eiskeller hatte große Außenplätze, auf denen viele Menschen Platz fanden.

In den 1930er Jahren wurde der Eiskeller jedoch nicht mehr als Ausflugsort genutzt. Stattdessen wurde er 1938 ein Heim für die Hitlerjugend. Die Hitlerjugend brauchte dringend einen neuen Platz für ihre Treffen, da ihr altes Heim zu klein geworden war. Das Jugendamt der Stadt übernahm das Gebäude und baute es um, um genug Platz für die vielen Jugendlichen zu schaffen.

Der Umbau war kompliziert und dauerte lange. Es gab viele Probleme mit der Bausubstanz, und die Pläne wurden immer wieder verändert. Trotzdem konnte die Hitlerjugend 1941 endlich in den Eiskeller umziehen.

Aber der Eiskeller war kein beliebter Ort für die Jugendlichen in Leipzig. Während des Krieges waren viele HJ-Führer an der Front, was bedeutete, dass die Gruppen oft nicht genug Anführer hatten. Auch fehlte es oft an Heizmaterial, was die Nutzung im Winter schwierig machte.

Als der Krieg 1945 zu Ende ging, wurde der Eiskeller geschlossen. Die Amerikaner marschierten in Leipzig ein, und das Gebäude fiel schnell wieder in den Besitz der Stadt.

Nach dem Krieg wurde der Eiskeller zu einem Jugendclubhaus und später nach Erich Zeigner, einem ehemaligen Bürgermeister, benannt. Dort fanden viele Veranstaltungen, Konzerte und Feiern statt. So wurde aus einem Ort mit einer dunklen Geschichte ein beliebter Treffpunkt für junge Leute in Leipzig.

Was passiert heute im Conne Island?

Heute ist das Conne Island ein lebendiger Ort für Kultur und Gemeinschaft. Es ist ein beliebtes Jugendzentrum und ein Veranstaltungsort, der sich auf alternative und unabhängige Kultur konzentriert. Hier finden regelmäßig Konzerte, Partys und kulturelle Veranstaltungen statt, die oft von lokalen Bands und Künstler*innen gestaltet werden.

Das Conne Island setzt sich auch für soziale und politische Themen ein und ist ein Raum für Menschen, die sich für Gleichheit und Vielfalt engagieren. Das Zentrum ist bekannt für seine offene und einladende Atmosphäre, die es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglicht, sich auszutauschen, kreativ zu sein und aktiv zu werden.

Die Kombination aus kulturellem Angebot und sozialem Engagement macht das Conne Island zu einem wichtigen Treffpunkt in Leipzig, wo Menschen aus verschiedenen Hintergründen zusammenkommen können, um ihre Interessen zu teilen und die Gemeinschaft zu stärken.

10

Weitere Kulturzentren in Leipzig

WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V.

Das WERK 2 wurde 1848 in Connewitz von Ed. Siry als Fabrik für Gasmesseranlagen gegründet. Später kam eine Eisengießerei dazu, und 1888 übernahm Wilhelm Schirmer die Fabrik. Ein wichtiger Teil der Fabrik ist die Industriehalle A, die 1886 erbaut wurde und heute als große Veranstaltungshalle genutzt wird.

In der Geschichte gab es auch dunkle Zeiten, wie die Errichtung eines Zwangsarbeiterlagers während des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg übernahm die Stadt Leipzig das Gelände, und 1952 wurde es Teil eines anderen Unternehmens.

Nach der Wende in den 90er Jahren entstand die Idee, das WERK 2 kulturell zu nutzen. 1992 wurde das Kulturzentrum Connewitzer Kreuz e.V. gegründet, das heute WERK 2 heißt. Seit 1996 wird das Gelände schrittweise saniert und bietet nun verschiedene kulturelle Angebote.

Heute ist das WERK 2 ein kreativer Ort mit Werkstätten für Grafik, Glas und Keramik. Hier finden viele Events statt, wie Konzerte, Theater und Lesungen. Die sanierten Hallen sind ein beliebter Treffpunkt für viele Vereine, Künstler und junge Leute aus Leipzig. Es gibt auch regelmäßige Führungen, bei denen man mehr über die Geschichte des WERK 2 erfahren kann.

Distillery

Die Distillery wurde 1992 von ein paar musikbegeisterten Jugendlichen im Leipziger Süden gegründet. Sie hatten Bock, ihre eigenen Partys mit House- und Techno-Beats zu organisieren und nutzten dafür die Kellerräume einer alten Brauerei. Ohne viel Plan und Genehmigungen machten sie den Club fit, schnappten sich gebrauchte Technik und legten einfach los. Am Anfang kamen nur rund 80 Leute, aber es sprach sich schnell rum, und plötzlich reisten Hunderte aus ganz Deutschland an, um die legendären Partys mitzuerleben.

Natürlich bekam die Stadt irgendwann mit, dass da regelmäßig gefeiert wurde, und stellte Fragen zu Sicherheit und Genehmigungen. 1995 musste die Distillery deshalb schließen, aber die Crew gab nicht auf, fand bald einen neuen Ort und eröffnete noch im selben Jahr die nächste Location.

Über die Jahre wurde die Distillery mehr als nur ein Club – sie wurde zu einer wichtigen Plattform für die Techno-Szene und hat Künstler aus ganz Europa nach Leipzig gebracht.

Am 29. Mai 2023 fand die letzte Party am alten Standort in der Kurt-Eisner-Straße statt. Aber keine Sorge: Die Distillery hat bereits einen neuen Ort am Gleisdreieck Leipzig gefunden, und bis dahin geht’s in der Messehalle auf der Alten Messe weiter.

naTo in Leipzig

Die naTo ist ein bekanntes Kulturzentrum in Leipzig, das in einem ehemaligen sozialpolitischen Gebäude der DDR entstanden ist. Ursprünglich diente es als Treffpunkt für die „Nationale Front“, eine politische Gruppe der DDR. Doch schon bald wurde es auch für Tanzstunden, Filme und andere Veranstaltungen genutzt.

Die „naTo“ als Kulturort begann 1982, als Brigitte Schreier-Endler das erste Konzert veranstaltete. Die ersten Besucher waren vor allem junge Leute, die alternative Veranstaltungen machen wollten. Sie haben Konzerte und andere Events organisiert, oft heimlich, um nicht von der Polizei gestört zu werden. So wurde die naTo schnell zu einem Ort für Kreativität und Alternativkultur in Leipzig.

In den folgenden Jahren gab es dort viele verschiedene Kunstformen, wie Puppentheater und Jazzkonzerte. Götz Lehmann, der als Hausmeister begann, half entscheidend mit, die naTo zu einem wichtigen Kulturzentrum zu machen. Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde die naTo offiziell als Verein gegründet und konnte nun auch internationale Künstler einladen.

Heute bietet die naTo ein vielfältiges Programm: Musik, Film, Theater, Literatur und politische Themen stehen auf dem Programm. Das Kulturzentrum ist ein beliebter Treffpunkt für kreative Köpfe und engagierte Menschen in Leipzig.

11

Abschluss: Diskussionsfragen und Ausblick

Ziel: Reflexion und Diskussion fördern.
Diskussionsfragen: „Welche Bedeutung haben kulturelle Freiräume heute?“ oder „Wie könnte eine moderne DIY-Kultur aussehen?“
Ausblick: Die Rolle von DIY und Subkultur in der heutigen Gesellschaft.