"Wir machen das selbst!" (auch alt)

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„Wir wollten etwas Neues schaffen, uns ausleben, ohne die stĂ€ndigen Regeln. Hier konnten wir einfach machen, worauf wir Lust hatten – das war unsere Freiheit.“ – Luise, 19 Jahre, Anfang 1990

"Wir machen das selbst!" (auch alt)

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In den Jahren 1989 und 1990 herrschte in der DDR eine explosive Aufbruchsstimmung! Die Luft war geladen mit Energie und Hoffnung, als Tausende von Menschen in StĂ€dten wie Leipzig, Dresden und Berlin auf die Straße gingen, um fĂŒr ihre Rechte und Freiheiten zu kĂ€mpfen. Die Proteste fĂŒhrten dazu, dass die Grenzen, die das Land und die Menschen voneinander trennten, zunehmend durchlĂ€ssig wurden. In der gesamten Republik entstanden viele coole „FreirĂ€ume“, wo junge Leute kreativ sein konnten, ohne sich um die strengen Regeln des Staates kĂŒmmern zu mĂŒssen. Da gab’s Konzerte, Kunstausstellungen und noch viel mehr! Es war eine Zeit, in der alle gesagt haben: „Wir machen das selbst!“ – ganz nach dem Motto „Do It Yourself“ (DIY).

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Audio -> ...Grafik...Ă€hnlich wie Überfall Zionskirche

Szene: Leipziger SĂŒden, Emma und ihr Onkel Hans stehen vor dem heutigen Conne Island. Beide genießen ein Eis.
Emma: (schaut neugierig auf das GebĂ€ude) Onkel Hans, was ist das eigentlich fĂŒr ein GebĂ€ude da?
Hans: Ah, das ist das Conne Island. FrĂŒher, in der DDR-Zeit, nannten wir diesen Ort ‚Eiskeller.‘ Damals war es ein Jugendclub der FDJ – der Freien Deutschen Jugend.
Emma: (staunt) Echt? Und was haben die da gemacht?
Hans: Na ja, die Jugendlichen haben sich hier getroffen, Musik gehört, getanzt und sich ausgetauscht. Das war einer der wenigen Orte, wo sie sich relativ frei fĂŒhlen konnten. Und nach dem Mauerfall hat sich hier einiges geĂ€ndert.
Emma: Was ist denn dann passiert?
Hans: Viele junge Leute wollten mehr Freiheit und haben angefangen, diese Orte selbst zu gestalten – so richtig „Do-it-yourself“. Das Conne Island wurde zu einem Treffpunkt fĂŒr Punk, Hardcore und auch politischen Aktionen.
Emma: (ĂŒberrascht) Also haben die das einfach ĂŒbernommen und gemacht, was sie wollten?
Hans: Es war nicht gerade einfach, aber die alte DDR war Vergangenheit, und plötzlich schien alles möglich zu sein. Viele haben alte GebĂ€ude wie Fabriken oder Clubs umgebaut – so wie das Conne Island, oder auch das Werk II und die Distillery.
Emma: (begeistert) Wow, das klingt spannend! Die haben sich also ihre eigenen Clubs und Treffpunkte geschaffen?
Hans: Genau. Die wollten einfach was Eigenes schaffen. Bis heute sind viele dieser Orte noch total wichtig fĂŒr die Kultur hier in Leipzig.
Emma: Klingt richtig cool. Vielleicht sollten wir auch mal was DIY-mĂ€ĂŸiges starten!
Hans: (lacht) Warum nicht? Manchmal muss man einfach anfangen – genau so hat es damals auch geklappt.

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In Leipzig gibt es viele Orte, die von der DIY-Kultur geprĂ€gt sind, also von Menschen, die alte GebĂ€ude in Treffpunkte verwandeln und ihre eigenen Ideen umsetzen. Ein Beispiel dafĂŒr ist das Conne Island, frĂŒher ein Jugendclub der FDJ, heute ein wichtiger Ort fĂŒr Punk, Hardcore und politische Aktionen. Nach dem Mauerfall begannen viele junge Leute, solche Orte selbst zu gestalten, um mehr Freiheit zu erleben und ihre eigenen RĂ€ume zu schaffen. Diese Kultur des „Do it yourself“ ist auch heute noch ein wichtiger Teil der Leipziger Szene.

In der Audio-Spur des fiktiven GesprĂ€chs erzĂ€hlt Hans Emma, wie sich die Leipziger Jugend nach dem Mauerfall die Freiheit nahm, alte GebĂ€ude fĂŒr ihre eigenen Treffpunkte zu nutzen. So entstand eine lebendige DIY-Kultur, bei der junge Leute Orte wie das Conne Island selbst gestalteten, um ihre Musik zu hören, zu tanzen und sich auszutauschen. Hans erklĂ€rt, dass dieser kreative Umgang mit Raum eine Antwort auf das BedĂŒrfnis nach mehr Freiraum und Selbstbestimmung war, das viele junge Menschen damals in Leipzig verspĂŒrten.

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Archiv BĂŒrgerbewegung Leipzig

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1990 – das "wunderbare Jahr der Anarchie"

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Im Jahr 1990, auch oft als „das wunderbare Jahr der Anarchie“ bezeichnet, passierte in der DDR unglaublich viel. Die strengen Regeln und Kontrollen des Staates waren plötzlich weg. Das bedeutete fĂŒr viele Menschen mehr Freiheit und die Möglichkeit, neue Ideen auszuprobieren. Plötzlich gehörten viele leerstehende GebĂ€ude und Fabriken niemandem mehr. Junge Leute ergriffen die Chance, diese Orte fĂŒr ihre eigenen Projekte zu nutzen – sei es fĂŒr Musik, Partys oder politische Diskussionen.

Diese Phase war geprĂ€gt von einem kreativen und oft chaotischen Miteinander. Die Menschen handelten nach dem Motto „Do It Yourself“ (DIY), also „Mach es selbst!“. Sie organisierten Events ohne Genehmigungen, was aufregend, aber auch riskant war. Viele fĂŒhlten sich in dieser Zeit frei, da sie selbst bestimmen konnten, was sie tun wollten.

Dieses "Jahr der Anarchie" hat nicht nur das Leben der Menschen verĂ€ndert, sondern auch die gesamte Kultur in Deutschland geprĂ€gt und neue Wege fĂŒr KreativitĂ€t und Ausdruck eröffnet.

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Info

Was bedeutet Anarchie?

Anarchie bezeichnet eine Situation, in der keine Gesetze und Regeln gelten. So etwas ist in unserer staatlich geordneten Welt eigentlich nicht vorgesehen, denn Staaten basieren auf Gesetzen und Regeln, an die sich alle halten mĂŒssen und die von staatlichen Organen wie der Polizei durchgesetzt werden. Echte Anarchie gibt es in unserer Welt also nur in Übergangs- oder Krisensituationen. Das Jahr 1990 war in der DDR eine solche Übergangssituation.

Lukas Epperlein

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Idee -> Quiz: Was passierte in den frĂŒhen 1990er Jahren?

Einleitung:
In diesem Quiz geht es um die großen VerĂ€nderungen, die Deutschland nach dem Mauerfall durchgemacht hat. Denk darĂŒber nach, wie unterschiedlich das Leben in der DDR und der BRD war, und wĂ€hle die besten Antworten.

+++Wirklich nur als Impuls verstehen...+++

Szenario 1: Politische VerÀnderungen nach dem Mauerfall
Frage: Was könnte passieren, wenn ein Land wie die DDR sein politisches System Àndert?

  • A) Die Menschen haben mehr Freiheit
  • B) Es gibt Unsicherheiten und Proteste
  • C) Es entstehen neue politische Parteien
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
ErlÀuterung: Nach dem Mauerfall 1989 durften die Menschen in der DDR plötzlich viele Dinge selbst entscheiden. Das brachte sowohl neue Freiheiten als auch Unsicherheiten mit sich.

Szenario 2: Soziale Unterschiede zwischen BRD und DDR
Frage: Was war anders im sozialen Leben zwischen der BRD und der DDR nach der Wiedervereinigung?

  • A) In der BRD gab es mehr soziale Sicherheit
  • B) Die DDR hatte strenge Kontrolle ĂŒber die Menschen
  • C) In der BRD passten sich die Leute schneller an neue Ideen an
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
ErlÀuterung: Die BRD bot mehr soziale Sicherheit, wÀhrend die DDR strenge Regeln hatte. Nach der Wiedervereinigung mussten viele Menschen in der ehemaligen DDR lernen, wie das Leben in der BRD funktioniert.

Szenario 3: Wirtschaftliche VerÀnderungen
Frage: Was passiert, wenn ein Land von einer Planwirtschaft (wie in der DDR) zu einer Marktwirtschaft (wie in der BRD) wechselt?

  • A) Mehr Menschen verlieren ihre Jobs
  • B) Die LebensqualitĂ€t kann sich verbessern
  • C) Es gibt neue Möglichkeiten fĂŒr Unternehmen
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
ErlĂ€uterung: Der Wechsel zur Marktwirtschaft fĂŒhrte in der DDR zu mehr Arbeitslosigkeit, aber auch zu einer besseren LebensqualitĂ€t und neuen Chancen fĂŒr viele Menschen.

Szenario 4: Kulturelle VerÀnderungen in den 90ern
Frage: Was passiert, wenn neue kulturelle EinflĂŒsse aus der BRD in die DDR kommen?

  • A) Alte Traditionen könnten verloren gehen
  • B) Neue Musik und Lebensstile werden populĂ€r
  • C) Ältere Menschen sind manchmal verwirrt oder skeptisch
  • D) Alle oben genannten

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten
ErlĂ€uterung: Nach der Wiedervereinigung kamen viele neue kulturelle EinflĂŒsse in die ehemalige DDR. Das fĂŒhrte zu spannenden neuen Ideen, aber auch zu Spannungen, besonders bei Ă€lteren Menschen.

Abschluss:
Denke ĂŒber deine Antworten nach und sprich mit deinen Freunden darĂŒber. Welche VerĂ€nderungen hast du selbst schon erlebt, die an die Zeit der Wiedervereinigung erinnern? Überlege auch, wie die Unterschiede zwischen der BRD und der DDR das Leben der Menschen geprĂ€gt haben.

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DIY-MentalitÀt: Selbstbestimmung und kulturelle Freiheit

Die DIY-MentalitĂ€t bedeutet, Dinge selbst zu machen und zu gestalten, ohne auf Erlaubnis oder Hilfe von außen zu warten. FĂŒr viele Jugendliche war das besonders wichtig, weil sie dadurch ihre eigenen Ideen und TrĂ€ume umsetzen konnten, ohne sich von Regeln und Vorgaben eingeschrĂ€nkt zu fĂŒhlen. In der DDR und vor allem nach 1989 bedeutete das viel mehr als nur kreativ zu sein – es ging um Selbstbestimmung und Freiheit.

Stell dir vor, du willst einen Raum, in dem du mit deinen Freunden Musik machen oder Kunst schaffen kannst. FrĂŒher hĂ€tte man das nur mit Genehmigungen und UnterstĂŒtzung von offiziellen Stellen machen können, aber in dieser Zeit nahmen sich die Leute einfach leerstehende HĂ€user und GebĂ€ude. Sie schufen etwas Eigenes – ohne Geld oder große PlĂ€ne, aber mit viel KreativitĂ€t. Das gab ihnen das GefĂŒhl, wirklich unabhĂ€ngig zu sein und die Kontrolle ĂŒber ihr eigenes Leben zu haben.

Es ging dabei nicht nur um Spaß, sondern auch um Widerstand gegen alte Strukturen und um den Wunsch nach mehr Freiheit in der Gesellschaft. Die DIY-MentalitĂ€t war also eine Art, sich auszudrĂŒcken und zu zeigen, dass man auch ohne Regeln und Vorgaben etwas Großes erreichen kann.

Quiz: Was bedeutet DIY (Do It Yourself)?

Frage 1: Was ist die Bedeutung von DIY?

A) Dinosaurier im Yeti – Ein geheimer Club fĂŒr Dinosaurier und Yeti-Fans!

B) Do It Yourself – Mach es selbst und zeig, was du kannst!

C) Doppelt so viel Ice Cream – Immer eine gute Idee, oder?

D) Dosenöffner-Yacht – Das neueste Boot fĂŒr KĂŒchenchefs!

Richtige Antwort: B) Do It Yourself – Mach es selbst und zeig, was du kannst!

ErlĂ€uterung: DIY bedeutet, dass du Dinge selbst machst, anstatt sie zu kaufen. Ob du ein schickes T-Shirt designen, dein Zimmer umdekorieren oder dein eigenes Spielzeug basteln willst – DIY ist der Weg dazu! Es ist kreativ, macht Spaß und du kannst zeigen, wie einzigartig du bist!

Frage 2: Was kannst du alles DIY machen?

A) Ein mega-schickes Poster fĂŒr dein Zimmer!

B) Eine Rakete, die ins All fliegen kann!

C) Dein eigenes selbstgemachtes Essen (Mama wÀre stolz)!

D) Alle oben genannten!

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten!

ErlĂ€uterung: Mit DIY kannst du so viele coole Sachen machen! Es gibt keine Grenzen fĂŒr deine KreativitĂ€t. Egal, ob Kunst, Basteln, Kochen oder sogar kleine Erfindungen – mach es selbst und hab Spaß dabei!

Frage 3: Warum ist DIY so cool?

A) Du sparst Geld (und kannst dir mehr ... kaufen)!

B) Du wirst zum Meister in deinem eigenen Königreich!

C) Du kannst stolz sein, dass du etwas selbst gemacht hast!

D) Alle oben genannten!

Richtige Antwort: D) Alle oben genannten!

ErlĂ€uterung: DIY macht nicht nur Spaß, sondern hilft dir auch, kreativ zu sein und neue FĂ€higkeiten zu lernen. Plus, du kannst mit deinen Freunden zusammenarbeiten und eine Menge cooler Sachen schaffen!


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Die Entstehung von FreirÀumen: Subkultur und kreative Zentren

Die Entstehung von FreirĂ€umen und Subkulturen in den 1980er und 1990er Jahren, besonders nach dem Fall der Mauer, war fĂŒr viele junge Menschen in der DDR extrem wichtig. Ein Freiraum ist ein Ort, an dem man eigene Ideen ohne große EinschrĂ€nkungen verwirklichen kann. Diese FreirĂ€ume entstanden oft in leerstehenden GebĂ€uden oder ungenutzten Fabriken. Jugendliche und KĂŒnstler*innen nutzten solche Orte, um Musik zu machen, Kunst zu schaffen oder sich einfach frei auszudrĂŒcken. Sie mussten dafĂŒr nicht erst nach Erlaubnis fragen oder sich an strikte Regeln halten.

Subkultur ist dabei ein wichtiger Begriff: Er beschreibt Gruppen, die ihre eigenen Wege gehen und oft nicht dem entsprechen, was die Mehrheit der Gesellschaft als „normal“ ansieht. Diese Subkulturen waren oft gegen das, was im Alltag oder in der Politik passierte. In den neu entstandenen FreirĂ€umen konnten sich diese Gruppen treffen, sich gegenseitig unterstĂŒtzen und gemeinsam an Projekten arbeiten. Sie schufen eine eigene Kultur, die aus Punk-Musik, Graffiti, alternativer Mode und politischem Aktivismus bestand. Orte wie das „Conne Island“ in Leipzig oder das „Werk 2“ boten genau solche Plattformen.

FĂŒr viele junge Menschen bedeuteten diese kreativen Zentren Freiheit und die Möglichkeit, sich ohne EinschrĂ€nkungen auszudrĂŒcken und neue Dinge auszuprobieren. Sie wurden zu wichtigen Treffpunkten fĂŒr Menschen, die etwas verĂ€ndern wollten – in der Gesellschaft, in der Kunst oder einfach in ihrem eigenen Leben.

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Fallbeispiel: „Conne Island“

Der Eiskeller: Eine spannende Geschichte bis heute

Wusstest du, dass der Eiskeller in Connewitz eine ganz andere Geschichte hatte, bevor er der Ort wurde, den wir heute kennen? Er war frĂŒher ein beliebtes Ausflugslokal, wo viele Leipziger*innen am Wochenende Erholung fanden. Das Gebiet war frĂŒher lĂ€ndlich, und der Eiskeller hatte große AußenplĂ€tze, auf denen viele Menschen Platz fanden.

In den 1930er Jahren wurde der Eiskeller jedoch nicht mehr als Ausflugsort genutzt. Stattdessen wurde er 1938 ein Heim fĂŒr die Hitlerjugend. Die Hitlerjugend brauchte dringend einen neuen Platz fĂŒr ihre Treffen, da ihr altes Heim zu klein geworden war. Das Jugendamt der Stadt ĂŒbernahm das GebĂ€ude und baute es um, um genug Platz fĂŒr die vielen Jugendlichen zu schaffen.

Der Umbau war kompliziert und dauerte lange. Es gab viele Probleme mit der Bausubstanz, und die PlÀne wurden immer wieder verÀndert. Trotzdem konnte die Hitlerjugend 1941 endlich in den Eiskeller umziehen.

Aber der Eiskeller war kein beliebter Ort fĂŒr die Jugendlichen in Leipzig. WĂ€hrend des Krieges waren viele HJ-FĂŒhrer an der Front, was bedeutete, dass die Gruppen oft nicht genug AnfĂŒhrer hatten. Auch fehlte es oft an Heizmaterial, was die Nutzung im Winter schwierig machte.

Als der Krieg 1945 zu Ende ging, wurde der Eiskeller geschlossen. Die Amerikaner marschierten in Leipzig ein, und das GebÀude fiel schnell wieder in den Besitz der Stadt.

Nach dem Krieg wurde der Eiskeller zu einem Jugendclubhaus und spĂ€ter nach Erich Zeigner, einem ehemaligen BĂŒrgermeister, benannt. Dort fanden viele Veranstaltungen, Konzerte und Feiern statt. So wurde aus einem Ort mit einer dunklen Geschichte ein beliebter Treffpunkt fĂŒr junge Leute in Leipzig.

Was passiert heute im Conne Island?

Heute ist das Conne Island ein lebendiger Ort fĂŒr Kultur und Gemeinschaft. Es ist ein beliebtes Jugendzentrum und ein Veranstaltungsort, der sich auf alternative und unabhĂ€ngige Kultur konzentriert. Hier finden regelmĂ€ĂŸig Konzerte, Partys und kulturelle Veranstaltungen statt, die oft von lokalen Bands und KĂŒnstler*innen gestaltet werden.

Das Conne Island setzt sich auch fĂŒr soziale und politische Themen ein und ist ein Raum fĂŒr Menschen, die sich fĂŒr Gleichheit und Vielfalt engagieren. Das Zentrum ist bekannt fĂŒr seine offene und einladende AtmosphĂ€re, die es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglicht, sich auszutauschen, kreativ zu sein und aktiv zu werden.

Die Kombination aus kulturellem Angebot und sozialem Engagement macht das Conne Island zu einem wichtigen Treffpunkt in Leipzig, wo Menschen aus verschiedenen HintergrĂŒnden zusammenkommen können, um ihre Interessen zu teilen und die Gemeinschaft zu stĂ€rken.

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Weitere Kulturzentren in Leipzig

WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V.

Das WERK 2 wurde 1848 in Connewitz von Ed. Siry als Fabrik fĂŒr Gasmesseranlagen gegrĂŒndet. SpĂ€ter kam eine Eisengießerei dazu, und 1888 ĂŒbernahm Wilhelm Schirmer die Fabrik. Ein wichtiger Teil der Fabrik ist die Industriehalle A, die 1886 erbaut wurde und heute als große Veranstaltungshalle genutzt wird.

In der Geschichte gab es auch dunkle Zeiten, wie die Errichtung eines Zwangsarbeiterlagers wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg ĂŒbernahm die Stadt Leipzig das GelĂ€nde, und 1952 wurde es Teil eines anderen Unternehmens.

Nach der Wende in den 90er Jahren entstand die Idee, das WERK 2 kulturell zu nutzen. 1992 wurde das Kulturzentrum Connewitzer Kreuz e.V. gegrĂŒndet, das heute WERK 2 heißt. Seit 1996 wird das GelĂ€nde schrittweise saniert und bietet nun verschiedene kulturelle Angebote.

Heute ist das WERK 2 ein kreativer Ort mit WerkstĂ€tten fĂŒr Grafik, Glas und Keramik. Hier finden viele Events statt, wie Konzerte, Theater und Lesungen. Die sanierten Hallen sind ein beliebter Treffpunkt fĂŒr viele Vereine, KĂŒnstler und junge Leute aus Leipzig. Es gibt auch regelmĂ€ĂŸige FĂŒhrungen, bei denen man mehr ĂŒber die Geschichte des WERK 2 erfahren kann.

Distillery

Die Distillery wurde 1992 von ein paar musikbegeisterten Jugendlichen im Leipziger SĂŒden gegrĂŒndet. Sie hatten Bock, ihre eigenen Partys mit House- und Techno-Beats zu organisieren und nutzten dafĂŒr die KellerrĂ€ume einer alten Brauerei. Ohne viel Plan und Genehmigungen machten sie den Club fit, schnappten sich gebrauchte Technik und legten einfach los. Am Anfang kamen nur rund 80 Leute, aber es sprach sich schnell rum, und plötzlich reisten Hunderte aus ganz Deutschland an, um die legendĂ€ren Partys mitzuerleben.

NatĂŒrlich bekam die Stadt irgendwann mit, dass da regelmĂ€ĂŸig gefeiert wurde, und stellte Fragen zu Sicherheit und Genehmigungen. 1995 musste die Distillery deshalb schließen, aber die Crew gab nicht auf, fand bald einen neuen Ort und eröffnete noch im selben Jahr die nĂ€chste Location.

Über die Jahre wurde die Distillery mehr als nur ein Club – sie wurde zu einer wichtigen Plattform fĂŒr die Techno-Szene und hat KĂŒnstler aus ganz Europa nach Leipzig gebracht.

Am 29. Mai 2023 fand die letzte Party am alten Standort in der Kurt-Eisner-Straße statt. Aber keine Sorge: Die Distillery hat bereits einen neuen Ort am Gleisdreieck Leipzig gefunden, und bis dahin geht’s in der Messehalle auf der Alten Messe weiter.

naTo in Leipzig

Die naTo ist ein bekanntes Kulturzentrum in Leipzig, das in einem ehemaligen sozialpolitischen GebĂ€ude der DDR entstanden ist. UrsprĂŒnglich diente es als Treffpunkt fĂŒr die „Nationale Front“, eine politische Gruppe der DDR. Doch schon bald wurde es auch fĂŒr Tanzstunden, Filme und andere Veranstaltungen genutzt.

Die „naTo“ als Kulturort begann 1982, als Brigitte Schreier-Endler das erste Konzert veranstaltete. Die ersten Besucher waren vor allem junge Leute, die alternative Veranstaltungen machen wollten. Sie haben Konzerte und andere Events organisiert, oft heimlich, um nicht von der Polizei gestört zu werden. So wurde die naTo schnell zu einem Ort fĂŒr KreativitĂ€t und Alternativkultur in Leipzig.

In den folgenden Jahren gab es dort viele verschiedene Kunstformen, wie Puppentheater und Jazzkonzerte. Götz Lehmann, der als Hausmeister begann, half entscheidend mit, die naTo zu einem wichtigen Kulturzentrum zu machen. Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde die naTo offiziell als Verein gegrĂŒndet und konnte nun auch internationale KĂŒnstler einladen.

Heute bietet die naTo ein vielfĂ€ltiges Programm: Musik, Film, Theater, Literatur und politische Themen stehen auf dem Programm. Das Kulturzentrum ist ein beliebter Treffpunkt fĂŒr kreative Köpfe und engagierte Menschen in Leipzig.

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Abschluss: Diskussionsfragen und Ausblick

Ziel: Reflexion und Diskussion fördern.
Diskussionsfragen: „Welche Bedeutung haben kulturelle FreirĂ€ume heute?“ oder „Wie könnte eine moderne DIY-Kultur aussehen?“
Ausblick: Die Rolle von DIY und Subkultur in der heutigen Gesellschaft.